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Modernes Maskieren: UV-digitalgedruckter Maskierfilm mit SIGNRACER-UV-Flachbettdruckern

Verdruckbarer Maskierfilm:
Ein neuer Ansatz für ein etabliertes Verfahren

In der industriellen Oberflächenbearbeitung gehört klassische Maskiertechnik seit Jahren zum Standard. Dabei ist der Arbeits- und Materialaufwand immer relativ hoch. Klebefolien müssen zugeschnitten und von Hand ausgerichtet werden, Siebdruckschablonen erfordern eigene Belichtungs- und Reinigungsschritte, und jede Designänderung bedeutet neues Material und zusätzlichen Zeitaufwand. Bei filigranen Motiven, kleinen Losgrößen oder häufig wechselnden Layouts wirkt sich dieser Aufwand besonders deutlich auf die Durchlaufzeit aus.

Signracer verfolgt hier einen anderen Ansatz. Mit einer digital druckbaren Maskierflüssigkeit entsteht die Schablone direkt auf dem UV-Flachbettdrucker, ohne zusätzliche Folien oder klassische Siebdruckschablone. Möglich macht das unser UV‑verduckbarer Maskierfilm, eine neue Ergänzung zu unserem SR 200 Plus Tintenserie. Der Maskierfilm bildet damit einen runden Abschluss zu einer bereits starken Tintenserie der SR 200 Plus. Er erweitert neben der Farbkomponente und der Lackkomponente auch den technisch möglichen Arbeitsraum, den ein UV-verdruckbarer Maskierfilm eröffnet. Für die Praxis bedeutet das kürzere Durchlaufzeiten, weniger manuellen Aufwand bei der Ausrichtung und eine Detailgenauigkeit, die mit geschnittenen Schablonen kaum erreichbar ist.

SR 200 Plus   Unsere Flachbettsysteme

Funktionsweise:
Vom Druckauftrag zur fertigen Maskierung

Ein zentraler Vorteil der Technologie liegt in ihrer nahtlosen Integration in bestehende Arbeitsabläufe. Der Maskierfilm wird vom Flachbettdrucker technisch wie ein Spotkanal behandelt und lässt sich dadurch über gängige RIP-Systeme wie Caldera oder ONYX ansteuern. Eine gesonderte Softwareumgebung oder eine grundlegende Umstellung des Workflows ist dafür nicht erforderlich.

Der Ablauf gliedert sich in mehrere Schritte. Zunächst wird das Motiv digital gedruckt, wobei die zu schützenden Bereiche mit der UV-härtenden Maskierflüssigkeit versehen werden. Diese härtet unter UV-Licht umgehend und formstabil aus, sodass unmittelbar im Anschluss weitergearbeitet werden kann. Im Anschluss kann dann eine Bearbeitung der Oberfläche, etwa durch Bürsten, Strahlen oder ein Ätzbad, erfolgen, wobei die Maske die darunterliegende Fläche zuverlässig schützt. Nach Abschluss der Bearbeitung wird die Maske wieder entfernt. Das geschieht in einem Lösungsbad und dauert in der Regel nur 20 bis 30 Sekunden. Die Maskierflüssigkeit lässt sich anschließend einfach von der bedruckten Oberfläche ablösen. Damit entfällt auch das aufwendige Entfernen von Klebefolien, das bei filigranen Motiven häufig zu Beschädigungen an Kanten oder feinen Linien führt.

  • Schritt 1

    Druck des UV-aushärtenden Maskierfilms auf einen Untergrund mittels eines SIGNRACER UV Flachbettdruckers. In diesem Beispiel eine Aluminiumplatte.

  • Schritt 2

    Nach dem Druck erfolgt die Weiterverarbeitung des Materials. Hier eine mechanische Behandlung der Aluminiumplatte, um einen Brushed-Effekt zu erzeugen. Der Maskierfilm wird dadurch nicht zerstört.

  • Schritt 3

    Im Anschluss wird die Platte samt Maskierfilm für 20 bis 30 Sekunden in einer alkalischen Lösung eingelegt.

  • Schritt 4

    Nun fängt der Maskierfilm an, sich aufzulösen und rückstandslos von der Aluminiumplatte zu verschwinden. Die Überreste schwimmen dann in der alkalischen Lösung.

  • Schritt 5

    Dort, wo der Maskierfilm verdruckt wurde, behält die Platte ihr glänzendes Finish. An den Stellen, die nicht geschützt waren, wurde durch die mechanische Behandlung ein mattes, brushed Finish erzeugt.

  • Schritt 6

    Optional kann der Maskierfilm auch mit der SR 200 Plus-Farbe vor dem Weiterverarbeiten bedruckt werden.

Anwendungs­gebiete und Materialien

Grundsätzlich ist die Technologie für Bearbeitungsverfahren konzipiert, bei denen Teile einer Oberfläche gezielt geschützt werden müssen, während andere Bereiche bewusst verändert werden.

Bei der mechanischen Bearbeitung übernimmt der Maskierfilm den Schutz definierter Flächen vor Abrieb, etwa beim Bürsten oder Strahlen von Metall. So wie in dem oben gezeigten Beispiel. Dadurch lassen sich beispielsweise glänzende Logos oder Schriftzüge auf gebürstetem Aluminium erzeugen, ohne dass die umliegende Struktur beschädigt wird. Auch feine Sandstrahlmotive mit hohem Detailgrad profitieren von der präzisen digitalen Kantendefinition.

Ebenfalls umsetzbar sind Ätzverfahren. Dabei schützt die Maskierschicht ausgewählte Bereiche vor aggressiven Ätzmedien, während die unmaskierten Flächen gezielt abgetragen werden. Das eignet sich unter anderem für Typenschilder, Namensschilder, Kontaktpunkte und Erdungspunkte sowie für architektonische Bauteile, bei denen Präzision und Wiederholgenauigkeit von Auftrag zu Auftrag entscheidend sind. 

Als Trägermaterial kommen in erster Linie Aluminium oder Glas zum Einsatz, grundsätzlich eignet sich das Verfahren aber für unterschiedliche Materialien. Sowohl polierte als auch gebürstete Oberflächen lassen sich zuverlässig bearbeiten, wobei der jeweilige Ausgangszustand und der geplante Finishingprozess vorab abgestimmt werden sollten. Besonders geeignet ist das Verfahren für Betriebe, die häufig wechselnde Designs, kleinere Serien oder hohe Detailanforderungen bedienen müssen, für die klassische Schnittfolien nicht präzise genug sind.

UV-verdruckbarer Maskierfilm hört sich erst kompliziert an. Wir haben aber eine Lösung entwickelt, die sich nahtlos in unsere Systeme und vor allem die Arbeitsabläufe unserer Kund:innen integrieren lässt. Gerne bemustern wir Ihre Anwendung oder zeigen Ihnen den Vorgang in unserem Signracer-Lab in NRW.

Sven Heine
Head of Production
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Eine Erweiterung ohne komplizierte Neuausrichtungen

Klassische Maskierlösungen haben sich in der Industrie über Jahre in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Neben einfachen Hilfsmitteln wie Klebebändern, Stopfen und Kappen haben sich in der Automobilindustrie, der Luftfahrtindustrie, der Elektronikfertigung und dem Maschinenbau vorrangig zwei Ansätze etabliert: lichthärtende UV‑ oder LED‑Harze, die sich flüssig auftragen und nach der Bearbeitung rückstandsfrei entfernen oder abbrennen lassen, sowie automatisierte Dispensersysteme, die diesen Auftrag robotergestützt übernehmen und dadurch Bearbeitungszeit einsparen. Beide Richtungen verfolgen im Kern dasselbe Ziel wie der digitale Maskierfilm von Signracer, nämlich eine präzise und wiederholgenaue Maske ohne den Aufwand klassischer Schablonen. Der Unterschied liegt hauptsächlich darin, wie viel zusätzliche Anlagentechnik dafür notwendig ist. Während lichthärtende Harze üblicherweise eine eigene Dispenseranlage voraussetzen und in Automatisierungslösungen zusätzlich in Robotik investiert werden muss, verlagert Signracer diesen Arbeitsschritt, der bislang meist manuell oder über separate Anlagen erfolgte, direkt in den ohnehin vorhandenen Druckprozess.

Statt Klebefolien zuzuschneiden, Siebdruckschablonen anzufertigen oder eine zusätzliche Dispenseranlage zu betreiben, entsteht die Maske in einem einfachen Druckprozess über denselben Druckkopf, der auch die Farbe aufträgt. Das spart Zeit, reduziert die Fehlerquote bei der Ausrichtung deutlich und macht eine gesonderte Automatisierungsinvestition überflüssig. Überzeugend ist vorwiegend die Kombination aus Detailgenauigkeit und einfacher Handhabung. Die Maske hält den Anforderungen von Bürsten, Strahlen und Ätzen zuverlässig stand und lässt sich am Ende ohne großen Aufwand wieder entfernen. Für Betriebe, die viele unterschiedliche Motive, kleine Serien oder hohe Detailanforderungen bedienen, ergibt sich daraus ein deutlicher Effizienzgewinn gegenüber klassischen Verfahren, seien es Klebefolien, Siebdruck oder separate Dispenser und Automatisierungslösungen.

Wer bereits mit einem Signracer Flachbettdrucker arbeitet oder die Anschaffung eines UV-Flachbettdruckers plant, sollte die digital verdruckbare Maskiertechnik als naheliegende Erweiterung des bestehenden Workflows betrachten, ganz ohne komplizierte Neuausrichtung bestehender Prozesse. Angesichts der Zeitersparnis bei der Vorbereitung und der saubereren Ergebnisse bei der Nachbearbeitung ist das Verfahren eine ernsthafte Überlegung wert, insbesondere für alle, die regelmäßig mit maskierten Metalloberflächen arbeiten.